Saturday 4. February 2012

Indien: Frauen setzen Recht auf sauberes Wasser durch

Mit Unterstützung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs lernen Frauen in Indien ihr Recht auf gutes Trinkwasser einzufordern und selbst Brunnenanlagen zu betreiben. Dadurch konnte bereits die Lebenssituation vieler Familien wesentlich gebessert werden. Dies berichtete T.M. Gowrisankar, Executive Director der indischen nichtstaatlichen Organisation REMEDE - Root Institute for Manpower Enlightenment and Rural Development - , am Montag, 17. Mai 2010 bei einem Pressegespräch in Wien.

In dem mit Mitteln der Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung Österreichs unterstützten Projekt werde nicht der Bau von Brunnen finanziert, sondern die Frauen werden ermächtigt, sich dafür einzusetzen, dass der Staat entsprechend der Gesetzeslage für die Versorgung mit sauberem Wasser sorgt, betonte Gowrisankar . In dem 15 Dörfer im südindischen Bundesstaat Andrah Pradesh umfassenden Projekt wurden bereits sieben neue Brunnen mit staatlichen Mitteln innerhalb von zwei Jahren errichtet.
 
Die Aktion Familienfasttag finanziert Informationsveranstaltungen von REMEDE für Frauen über Gesundheitsvorsorge und Hygienemaßnahmen, Ernährung, Wasserqualität oder Landwirtschaft. Die Frauen, meist Angehörige indigener Volksgruppen und Kastenlose, lernen wie sie selbst die Brunnenanlagen betreiben, die Qualität des Wassers prüfen und den Grundwasserspiegel kontrollieren können. Sie werden aber auch über alternative, pestizidfreie Anbaumethoden oder über die Schaffung von Küchengärten informiert. So werden ökologische und soziale Anliegen erfolgreich miteinander verbunden.

Durch die Auswirkungen des Klimawandels und durch Naturkatastrophen geraten immer mehr Menschen im indischen Bundesstaat Andrah Pradesh zunehmend in Not, berichtete der indische Experte für Wasserfragen. Es gibt immer häufiger lange Dürrezeiten und darauf folgenden sintflutartigen Überschwemmungen.  Dies bewirkt eine ständige Abnahme der landwirtschaftlich genutzten bzw. nutzbaren Fläche, was zu einer ernsten Bedrohung der Existenzgrundlage der TagelöhnerInnen führt. Vor allem unter der indigenen Bevölkerung ist eine hohe Arbeitsmigration zu verzeichnen.
Viele Männer sehen sich gezwungen, anderswo Arbeit zu suchen. Die Frauen und Kinder bleiben in den Dörfern zurück, wo sie mit Armut, schlechter Wasserqualität und dadurch bedingten Krankheiten zu kämpfen haben. Das Wasser werde vor allem durch die zunehmende Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft verseucht. Der Grundwasserspiegel sinkt auch durch den drastischen, entgegen den geltenden gesetzlichen Regelungen praktizierten Abbau von Sand aus den Flussbetten, stellte REMEDE-Direktor Gowrisankar fest.

Einen Projektbericht finden Sie hier

Rückfragen bitte an:

 

Dr.in Mag.a Katharina Wegan

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Spendenservice

 

Katholische Frauenbewegung Österreichs
Referat für Entwicklungspolitik - Aktion Familienfasttag
Spiegelgasse 3/II
1010 Wien
Tel: +43 1 51 552-3110

E-Mail: katharina.wegan[a]kfb.at

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