Donnerstag 13. Dezember 2018

Klimaschutz beginnt beim Essen

ARGE Bäuerinnen und Katholische Frauenbewegung Österreichs: Klimawandel fordert Landwirtschaft und KonsumentInnen

 

[Wien, 13.10.2016, PA] Auf die großen Herausforderungen für Landwirtschaft und KonsumentInnen angesichts des globalen Klimawandels verweisen ARGE Österreichische Bäuerinnen und Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) anlässlich Weltlandfrauentag am 15. Oktober und Welternährungstag am 16. Oktober. „Die Folgen des Klimawandels gehen in erster Linie auf Kosten von Landfrauen und Bäuerinnen weltweit, weil sie vielerorts primär für die Ernährungssicherung zuständig sind und Wege suchen müssen, entstehende Defizite in der Lebensmittelproduktion auszugleichen,“ so Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann und kfbö-Vorsitzende Veronika Pernsteiner: „Gleichzeitig sind Landwirtschaft und KonsumentInnen wesentliche AkteurInnen im Kampf um den Klimaschutz.“ Im Sinne einer Reduktion von Treibhausgasen plädieren Schwarzmann und Pernsteiner für den weiteren Ausbau biologischer, klein strukturierter Landwirtschaft und fordern KonsumentInnen dazu auf, saisonale, regionale und biologische Produkte zu bevorzugen, Lebensmittelverschwendung bzw. Wegwerfverhalten zu vermeiden sowie auf bewussten Fleischkonsum zu achten.

 

„Beim Klimawandel geht es um das Leben und den Lebensraum unserer Enkelkinder“, so die Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen, Andrea Schwarzmann: „Was täglich auf den Teller kommt, beeinflusst maßgeblich das Klima“. Das thematisieren die Bäuerinnen auch bei ihren Aktionstagen, die von Orts- bis Bundesebene reichen und in die zahlreiche Schulen und Großküchen österreichweit eingebunden sind. Schwarzmann betont die doppelte Betroffenheit von Bäuerinnen und Bauern: „Bäuerinnen und Bauern arbeiten zunehmend als KlimaschützerInnen, indem sie umweltgerecht wirtschaften. Sie werden gleichzeitig aber auch immer mehr zu Opfern des Klimawandels. Nicht nur in den Ländern des Südens, auch hierzulande sind die Auswirkungen des Klimawandels zunehmend in der Landwirtschaft spürbar“.

 

Treibhausgase verringern durch umweltgerechtes Wirtschaften

Durch umweltgerechtes Wirtschaften sei es österreichischen Bäuerinnen und Bauern gelungen, in den vergangenen 26 Jahren die Treibhausgasemission durch die Landwirtschaft um 17 Prozent zu reduzieren, während im selben Zeitraum im Verkehrsbereich eine Steigerung um 61 Prozent zu verzeichnen sei, so Schwarzmann. Studien zeigen, dass mittels biologischer Anbauweise im Bereich von Lebensmitteln 10 – 35 Prozent der entstehenden Treibhausgase eingespart werden können. Global ist die Landwirtschaft derzeit mit etwa 22 Prozent, in der EU mit 9 Prozent und in Österreich mit 8,8 Prozent an den Treibhausgas-Emissionen beteiligt. Österreich weist im EU-Vergleich relativ geringe Emissionen bei der Rindfleisch- und Milchproduktion aus, was EU-Studien zufolge am hohen Selbstversorgungsgrad bei Futtermitteln und dem hohen Grasanteil liegt. Allerdings liegt Österreich beim Fleischverzehr an der Spitze der EU-Länder.

 

Massive Auswirkungen in Tropen und Subtropen

Die globalen Auswirkungen des Klimawandels werden vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten spürbar, dort, „wo jene Menschen leben, die am wenigsten zur Verursachung des Klimawandels beigetragen haben“, so die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, Veronika Pernsteiner. Alarmierende Nachrichten haben die Katholische Frauenbewegung im Frühjahr diesen Jahres etwa aus dem Süden der philippinischen Insel Mindanao erreicht, wo eine verheerende Dürre eine humanitäre Katastrophe befürchten ließ: „Eine unserer Partnerorganisationen in der Region, die Don-Bosco-Stiftung, bat um Hilfe, weil die Bevölkerung vom Hunger bedroht ist. Nach zwei Dürren sind mehr als 80 Prozent der Reisfelder und mehr als 90 Prozent der Bananenstauden zerstört, auch robustere Pflanzen wie Kokospalmen, Mangobäume, Kaffee oder Kautschuk sind betroffen.“ In der Stiftung, die ein Kompetenzzentrum für biologische und biodynamische Landwirtschaft in der Provinz Cotabato betreibt, geht man davon aus, dass künftig in Mindanao nicht mehr zweimal, sondern nur noch einmal jährlich geerntet werden kann.

 

Ernteeinbußen bei Grundnahrungsmitteln

„In den Ländern des Südens betrifft der Klimawandel zuerst die Frauen, die großteils für die Ernährungssicherung und damit das Überleben ihrer Familien zuständig sind“, so Pernsteiner. Wie in Mindanao sind auch anderswo Projekte der kfb – insgesamt sind es mehr als 100 in Asien, Lateinamerika und Afrika – davon berührt, wenn Frauen, die als biologisch wirtschaftende Kleinbäuerinnen und Genossenschafterinnen gestärkt werden sollen, ihrer Grundlagen beraubt werden: erhöhte Temperaturen – in Mindanao im April diesen Jahres um die 51 Grad Celsius -, geringere Niederschläge, eine damit einhergehende Erhöhung der Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten sowie die Zunahme von Bränden machen eine effiziente Bearbeitung von Land unmöglich. Preissteigerungen bei Grundnahrungsmitteln aufgrund des geringeren Angebots an Agrargütern sind eine weitere Folge. Zwischen 1980 und 2008 hat der Klimawandel bei wichtigen Grundnahrungsmitteln global bei bereits zu Ernteeinbußen von drei bis fünf Prozent geführt.

 

Appell an österreichische Regierung

ARGE Bäuerinnen und Katholische Frauenbewegung fordern angesichts dieser Entwicklungen die österreichische Bundesregierung auf, einen Stufenplan zur Reduktion von Treibhausgasemissionen durch nationale Maßnahmen vorzulegen sowie den Beitrag Österreichs zur internationalen Klimafinanzierung zu erhöhen. Die Bereitstellung von Mitteln zur Anpassung an den Klimawandel und zur Stärkung kleinbäuerlicher Betriebe sowie agrarökologischer Landwirtschaft soll auf nationaler und internationaler Ebene vorangetrieben werden.

 

Plädoyer für klimafreundlichen Ernährungsstil

Im Vorfeld von Landfrauen- und Welternährungstag, am Bäuerinnen-Aktionstag am 14. Oktober, werden in Österreich Kinder in den ersten Volksschulklassen von mehr als 1900 Bäuerinnen landesweit besucht und über einen klimafreundlichen Ernährungsstil informiert: „Es wird um die Vorteile regionaler und saisonaler Produkte gehen, und generell um einen respektvollen Umgang mit Lebensmitteln“, so Bundesbäuerin Schwarzmann. Insgesamt werden bei dieser Aktion 45.000 Kinder erreicht werden.

 

»» Hinweis: Spenden für die Bevölkerung von Mindanao bitte unter dem Stichwort „Soforthilfe Mindanao“ auf das Spendenkonto der Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung Österreichs: IBAN AT83 2011 1800 8086 0000 (die Spende ist steuerlich absetzbar)

 

»» Bild zum Download: Das Foto dazu können Sie bitte unter Angabe der Quelle (©DBFSDI) hier downloaden.

Pressereferentin der kfbö

Mag.a Elisabeth Ohnemus

Tel: 0664-321 89 36

Email: elisabeth.ohnemus[a]kfb.at

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