Samstag 21. Juli 2018

Auftrag und Kraftquelle

Nachruf auf Eva Klawatsch-Treitl

 

Fassungslos und in großer Trauer hat die Katholische Frauenbewegung Österreichs die Nachricht vom Tod von Eva Klawatsch-Treitl entgegengenommen. Eva ist am 14. Dezember im Alter von 49 Jahren völlig unerwartet in ihrem Zuhause in Mödling verstorben. Mit der kfb war sie über Jahrzehnte auf vielfache Weise verbunden, als Expertin und Kollegin in entwicklungspolitischen Agenden ebenso wie in allgemeinen Fragen von Frauenpolitik und Ökonomie. 

 

Ihr unermüdlicher Einsatz für Gerechtigkeit nährte sich aus der Vision vom „guten Leben“ für alle, war getragen von einem christlichen Selbstverständnis, das sich der „Option für die Armen und Benachteiligten“ verpflichtet gesehen hat, ob nun im globalen Süden oder im Norden der Welt. Eva lebte diese Überzeugung, wo immer sie tätig war, im Beruf wie im Ehrenamt oder auch privat.

 

Nach ihrem Studium der Wirtschaftspädagogik war Eva 1992 bis 2001 als entwicklungspolitische Bildungsreferentin bei der Bundesstelle der Dreikönigsaktion, dem Hilfswerk der Katholischen Jungschar, in Wien tätig, von 2001 bis 2006 führte sie den ehrenamtlichen Vorsitz der Dreikönigsaktion, stets bemüht, die Vernetzung mit anderen entwicklungspolitischen AkteurInnen, so etwa der Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, voranzutreiben. Sie war gefragte Referentin für entwicklungspolitische Themen und erhielt 2011 für ihre wissenschaftliche Arbeit den Herta-Pammer-Preis der Katholischen Frauenbewegung Österreichs.

 

Die Promotion bei Luise Gubitzer, Professorin für „Heterodoxe und Institutionelle Ökonomie“ an der Wirtschaftsuniversität Wien, verdeutlicht Evas hohes Bewusstsein und Engagement für ein (gender-)gerechtes Verständnis und Betreiben von Ökonomie. Eva stellte sich mit und neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit in den Dienst der Aufgabe, Ökonomie allen Menschen, insbesondere Frauen, verständlich und sie damit zu gestaltenden Subjekten zu machen. In herausragender Weise gelang es ihr, ökonomische Zusammenhänge in die Lebenswelt von Frauen und Männern zu übersetzen, „ökonomische Alphabetisierung“ zu leisten. In diesem Zusammenhang steht auch ihr ehrenamtliches Engagement beim Verein „Joan Robinson – Verein zur Förderung frauengerechter Verteilung ökonomischen Wissens“ im Rahmen von WIDE, dem „entwicklungspolitischen Netzwerk für Frauenrechte und feministische Perspektiven“. Gemeinsam mit anderen Frauen hat sie unter anderem das Handbuch „Wirtschaft anders denken“ verfasst, aktuell arbeitete sie mit hohem Engagement inhaltlich und koordinierend an einer Broschüre zum Thema „Care-Ökonomie“ mit.

 

Dem Thema „Dienstleistung und Care“ war eine ihrer letzten Publikationen gewidmet, 2013 erschienen im Löcker-Verlag, 2011 veröffentlichte sie im Mandelbaum-Verlag eine Arbeit zur „Entwicklung von NGOs zwischen Markt und Staat“. Die jüngste Publikation von 2014 widmete sich „Soziale(r) Arbeit und ihr(em) Beitrag zu einer gerechten und inklusiven Entwicklung“ im Rahmen eines akademischen Austausches von Wien und San Salvador. Zuletzt hatte Eva am FH-Campus in Wien eine Professur im Department „Soziales“ inne und wirkte dort in Lehre und Forschung.

 

Evas begeistertes und begeisterndes Wesen, ihre Menschenfreundlichkeit,  ihre Energie, Kreativität und Zuversicht werden uns immer in dankbarer Erinnerung bleiben. Sie mögen uns Auftrag sein und Kraftquelle auf dem Weg zu ihren Zielen: Gerechtigkeit und einem guten Leben für alle. Am 21. Dezember wird Eva in Wiesen, ihrem burgenländischen Heimatort, beigesetzt.

 

Parte


Pressereferentin der kfbö

Mag.a Elisabeth Ohnemus

Tel: 0664-321 89 36

Email: elisabeth.ohnemus[a]kfb.at

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