Montag 18. März 2019
Vaan Muhil

Zwei Frauen, ein Schicksal

Rohini und Chermakani aus Südindien verrichteten sklavenähnliche Arbeit in einer Baumwollspinnerei, weil die Familiensituation es verlangte.

„Es war wie in einem Gefängnis“, erzählt Rohini von ihrer Zeit in der Baumwollspinnerei in Coimbatore, dem südindischen Zentrum der Textilindustrie. Rohini war 16, als sie angeworben wurde. Der Vertrag versprach ihr nach drei Jahren einen Lohn von 770,- Euro. Ähnlich gestaltete sich Chermakanis Situation: Auch sie wurde an eine Baumwollspinnerei im Zentrum der Textilindustrie vermittelt. Ihr wurde ein Hungerlohn von umgerechnet 2,40 Euro pro Tag und nach Ablauf eines Jahres eine Prämie von rund 240,- Euro in Aussicht gestellt.

Mit Ihrer Spenden unterstützen Sie Frauen wie Rohini und Chermakani im Kampf um faire Arbeitsbedingungen

Mit 100 Euro ermöglichen Sie, JournalistInnen und PolitikerInnen in einem Workshop auf die sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen in den südindischen Baumwollspinnereien aufmerksam zu machen. So kann der Druck auf die Textilindustrie erhöht werden.

 

Mit 50 Euro helfen Sie, den Fall einer geschädigten jungen Baumwollspinnerin vor Gericht zu bringen und ein Jahr zu begleiten. So kann Vaan Muhil Präzendenzfälle schaffen.

 

Mit 20 Euro ermöglichen Sie, 50 junge Frauen in einem Workshop über die Arbeitsbedingungen in den Baumwollspinnereien aufzuklären und ihnen alternative Ausbildungs- und Einkommensmöglichkeiten zu eröffnen.

Downloads zu unserer Partnerorganisation Vaan Muhil

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Rohini und Chermakani wurden in südindischen Baumwoll-Spinnereien ausgebeutet wurden. Heute fahren sie von Dorf zu Dorf und erzählen von ihrem Schicksal. Sie möchten andere junge Frauen vor einem ähnlichen Schicksal bewahren. Selbstvertrauen erhalten sie dafür in den Gruppentreffen bei Vaan Muhil, die in einer groß angelegten Kampagne gegen das Unrecht in der indischen Textilindustrie mobil macht.

© Vaan Muhil

 

Die AktivistInnen von Vaan Muhil sensibilisieren die Bevölkerung und leisten wichtige Präventionsarbeit. Sie vernetzen ehemalige „Sumangali“-Arbeiterinnen und ermutigen sie, selbst aktiv zu werden.

© Vaan Muhil

 

Die AktivistInnen von Vaan Muhil sensibilisieren die Bevölkerung und leisten wichtige Präventionsarbeit. Sie vernetzen ehemalige „Sumangali“-Arbeiterinnen und ermutigen sie, selbst aktiv zu werden.

© Vaan Muhil

 

Im Rahmen der Lobby-Arbeit hat Vaan Muhil gemeinsam mit anderen NGOs und Gewerkschaften eine Unterschriften-Kampagne gegen Lohnsklaverei lanciert. Ihr Ziel: „Sumangali“-Verträge müssen verboten werden!

© CACCS/Vaan Muhil

„Sumangali" heißt: glücklich verheiratete Frau. Hoffnung auf ein besseres Lebens treibt Mädchen in eine moderne Form der Sklaverei, wenn sie die Pubertät erreicht haben. Ein Großteil der „Sumangali"-Arbeiterinnen ist jünger als 18.
© terres des hommes / Jörg Böthling / agenda
Die Arbeiterinnen in den Baumwollspinnereien leben in Massenunterkünften. Hier sind sie konfrontiert mit schlechten hygienische Bedingungen und mangelnder Gesundheitsversorgung. Sie haben nur selten Kontakt zur Außenwelt, und den auch nur unter Kontrolle.
© CEEMA
Vaan Muhil koordiniert eine Kampagne zur Abschaffung des „Sumangali“-Konzepts.
© Vaan Muhil
Maid in India": Vaan Muhil hat mit Unterstützung der Aktion Familienfasttag eine Studie zum "Sumangali"-Konzept durchgeführt. Die deutsche Zusammenfassung können Sie hier herunterladen.

Unter dem Titel „Fleißige Hände, Leiden ohne Ende" befasst sich das 40-seitige Heft in einem großen Bogen mit der Ungleichverteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit entlang der Kategorie „Geschlecht", die in Weltgegenden wie Indien in extrem krasser Art in Erscheinung tritt. Herausgegeben wurde es von der Aktion Familienfasttag der kfb in Zusammenarbeit mit der Frauensolidarität, Verein zur Förderung von Frauenrechten international, und der Produktionsgewerkschaft (PROGE). Bestellt kann es hier zum Selbstkostenpreis von 4,- Euro werden.

„Sumangali“ heißt: glücklich verheiratete Frau

In Baumwollfabriken Südindiens arbeiten junge Frauen, die von einem besseren Leben träumen und ein schlechteres bekommen

 

Schon als kleines Mädchen träumte Muthu davon, eine „Sumangali“ zu werden: das Leben einer verheirateten Frau zu führen, die glücklich und zufrieden leben darf. Ein unerreichbarer Traum für arme Frauen in Indien! Denn ohne Mitgift geht gar nichts. Und die haben viele nicht. Auch Muthu nicht. Das haben geschickte BaumwollfabrikantInnen für sich entdeckt. Sie werben junge Frauen an, die sich eine Mitgift erarbeiten wollen. Die Kampagne nannten sie „Sumangali“ – glückliche Ehefrau. Doch von Glück sehen die meisten Frauen nichts, wenn sie sich auf die Arbeit in der Baumwollfabrik einlassen.

Katholische Frauenbewegung Österreichs Katholische Frauenbewegung Österreichs, Referat für Entwicklungspolitik - Aktion Familienfasttag
1010 Wien, Spiegelgasse 3/2/7, Tel: +43(0)1 / 51 552-3697, E-Mail: teilen@kfb.at
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