Montag 18. März 2019

 

Heera Thapa wohnt in einem Slum. Während des nepalesischen BürgerInnenkriegs in den Jahren 1996 bis 2006 war die junge Frau aus einem Dorf am Land mit Mann und Kind nach Kathmandu geflüchtet, um drohenden Übergriffen zu entgehen. Die Armut hatte sie mitgenommen. Doch dann stieß sie im Slum auf einen Wassertank und NMBS: den einzigen Zugang zu sauberem Wasser im Elendsviertel der Landeshauptstadt hatte Nepal Mahila Bishwasi Sangh organisiert, Krisenzentrum und Ausbildungsstätte für Mädchen und Frauen, als NGO 1993 von einer Gruppe nepalesischer Frauen gegründet. „ Als ich eines Tages im Radio ein Interview mit der Generalsekretärin von NMBS, Draupati Rokaya, gehört habe, wusste ich: diese Frau möchte ich kennenlernen“, berichtet Heera Thapa.

 

Die junge Mutter, damals „schüchtern“ und ohne Lese- und Schreibkenntnisse auf das häusliche Umfeld beschränkt, fasste sich ein Herz und nahm den Kontakt mit Rokaya und NMBS auf: „Ich habe begonnen, mich zu bilden, habe einen Alphabetisierungskurs gemacht und dabei mein Selbstvertrauen gestärkt. In weiteren Kursen erfuhr ich viel über das Empowerment von Frauen und die Bedeutung von Bildung für unser tägliches Leben.“ Thapa lernte, für sich zu sprechen, aber auch für andere, „zum Beispiel über die Ungerechtigkeiten, die in den Gemeinden geschehen“. Heute, da ihre Tochter selbst ihren Schulabschluss macht, arbeitet Thapa als Sozialarbeiterin: „Ich kümmere mich um benachteiligte Frauen und Kinder, und ich habe eine kleine Kantine an der Hochschule eröffnet“. An der Hochschule, so hofft sie, wird es aber nicht beim Kochen bleiben: Thapa will sich weiterbilden und eines Tages selbst an der Hochschule studieren.

 

NMBS stößt mit seinem landesweiten Programm in eine gewaltige Problemlage: fast die Hälfte der in Nepal am Land lebenden Menschen existiert in absoluter Armut, die Landflucht verbessert selten die Lebenslage, treibt Frauen häufig in ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, in Lebenszusammenhänge, die von Gewalt, auch sexualisierter Gewalt, geprägt sind. Rund 200 MitarbeiterInnen von NMBS, viele davon ehrenamtlich, setzen sich in ganz Nepal für die Besserstellung von Frauen in prekären Lebenslagen ein, bieten etwa Übergangswohnmöglichkeiten und unterstützen bei der Bewältigung von Problemen infolge Armut und Gewalt.

 

Zusätzlich betreiben sie Bewusstseins- und Bildungsarbeit auf niederschwelligem Niveau, um das selbstbestimmte Handeln von Frauen zu fördern. 40 Prozent der nepalesischen Frauen haben keinerlei Schulbildung. In einfachen Kursen bietet NMBS beispielsweise eine Kombination aus Alphabetisierung und der Vermittlung grundlegenden Wissens in Fragen von Gesundheit und Rechten. Business Trainings bereiten Frauen darauf vor, sich selbständig zu machen.

 

Heera Thapa hat in den letzten zehn Jahren nicht nur von diesen Programmen profitiert, sie geht noch einige Schritte weiter. Sie hat sehr konkrete Vorstellungen davon, wo sie mit einem Studium hin will: „Ich möchte künftig mit alleinstehenden und älteren Frauen arbeiten“. Dafür hat sie bereits einen kleinen Geldbetrag gespart. Gleichzeitig zeigt sie Beharrungsvermögen - sie ist dort geblieben, wo Sozialarbeit am meisten vonnöten ist: Heera Thapa wohnt noch heute im Slum.

Pressereferentin der kfbö

Mag.a Elisabeth Ohnemus

Tel: 0664-321 89 36

Email: elisabeth.ohnemus[a]kfb.at

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