Monday 17. June 2019

Grausamen Brauch beenden

Female Genital Mutilation (FGM) in Tansania

 

Grail-Schwestern und Betroffene wollen mit Unterstützung der kfb dem grausamen Brauch der weiblichen Genitalverstümmelung ein Ende setzen. Hartnäckig, unaufgeregt und sensibel – so begegnet die christliche Gemeinschaft der Grail-Schwestern den Menschen im Osten Afrikas. Sie leisten soziale Dienste, sind als Lehrerinnen tätig und im Gesundheitsbereich. Über all ihrem Tun steht die Mission des Ordens, Frieden und soziale Gerechtigkeit zu fördern. Auch in Tansania, das bei EuropäerInnen oft nur mit überwältigend schöner Landschaft, dem Kilimandscharo als höchstem Berg Afrikas und enormer kultureller Vielfalt in Verbindung gebracht wird.

Tradition wird unter den 50 Millionen EinwohnerInnen vielerorts hochgehalten. Leider mancherorts auch ein besonders grausamer Brauch, der seit 15 Jahren eigentlich per Gesetz verboten ist: Weibliche Genitalverstümmelung, die massive Schmerzen verursacht und sogar tödlich enden kann, aber aus Angst vor dem Fluch der Ahnen oft weiter praktiziert wird. „Nicht alle Bräuche müssen unverändert erhalten werden“, lautet die Botschaft der Grail-Schwestern, wenn sie mit Beschneiderinnen reden. Ein Umdenken scheint langsam möglich. Denn dank der Unterstützung der kfb können die Grail Schwestern auf religiöse und traditionelle Führungspersonen einwirken und mit ihnen gemeinsam nach Auswegen suchen. „Mittlerweile haben die Grail-Schwestern viele Verbündete“, sagt kfb-Projektreferentin Sandra Feichtner. „Auch eine Gruppe ehemaliger Beschneiderinnen gehört zu den größten Advokatinnen gegen diese Praxis, und viele junge Menschen möchten ihre Kinder nicht mehr beschneiden lassen. Aber bis hierher zu kommen, war ein langer Weg.“

Jetzt geht es darum, die Beratungen auszuweiten und auf weitere lokale EntscheidungsträgerInnen und Beschneiderinnen zuzugehen. Hier geht es nicht nur um eine gesundheitliche Frage. Ein Ende der Genitalverstümmelung ist ein Menschenrecht.

 

(Artikel aus dem Familienfasttagsmagazin, Redaktion: Romana Klär)

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