Monday 24. June 2019

„Klappe auf“ gegen Gewalt im Zuge von Flucht und Migration

Österreichische Aktionstage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

 

[Wien, 28.11.2016, HP] Mit einem Trickfilmabend zum Thema „Frauen auf der Flucht“ haben mehrere frauenpolitisch aktive Organisationen, darunter die Katholische Frauenbewegung Österreichs/Aktion Familienfasttag, die internationale Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ in Österreich gestartet. Insgesamt fünf Filme wurden im Rahmen der Aktion „Klappe auf!“ am 26. November im Wiener „KunstSozialRaum“ Brunnenpassage einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert und im Anschluss gemeinsam mit Expertinnen diskutiert. Mit dem heurigen Themenschwerpunkt setzten die VeranstalterInnen einen Kontrapunkt zur aktuellen Flüchtlingsdebatte, die sich in erster Linie um die Sicherheit der Bevölkerung der aufnehmenden Länder dreht. Die Sicherheit der Flüchtlinge, insbesondere von Frauen und Mädchen, erscheine demgegenüber zweitrangig, so die VeranstalterInnen. Dabei sei die Gefährdung der persönlichen Sicherheit und Unversehrtheit gerade für Frauen und Mädchen oft ein Fluchtgrund, ebenso berge die Flucht selbst häufig ein hohes Sicherheitsrisiko.

 

Mit den Trickfilmen verwiesen die VeranstalterInnen auf die schwierige Verarbeitung von Flucht- und Migrationserfahrungen, die Gewalt in verschiedensten Formen beinhalten. Der Beitrag der Französin Marie Christine Courtès „Under your fingers“, handelt etwa von einem jungen Mädchen, das die Geschichte seiner Ahninnen vom kolonialen China bis zur Isolation in einem Transitlager durchlebt. „Scent of Geranium“ der Amerikanerin Naghmeh Farzaneh ist ein Film über Entwurzelung und die Suche nach einer neuen Heimat und Identität, „Paradise“ der Belgierin Laura Vandewynckel zeigt die Suche nach einem „besseren Ort“ diesseits und jenseits des Ozeans, und „Borderlines“, ein Film der Tschechin Hanka Novakova, thematisiert „Menschen und die Grenzen ihrer Welt“, wägt die Notwendigkeit, Raum für sich selbst zu definieren, gegen jene des Zusammenlebens mit anderen ab.

 

„Wichtig ist, dass mit ´Borderlines´ und ´Paradise´ auch die Bedeutung der strukturellen Gewalt thematisiert wurde“, erklärt Cornelia Barger, EZA-Referentin der Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung Österreichs und eine der Vertreterinnen der veranstaltenden Organisationen am Expertinnen-Podium: „Strukturelle Gewalt wirkt etwa dort, wo das Recht auf Asyl untergraben wird, wie wir es gegenwärtig auch in der österreichischen Politik erleben“. Ziel der „Klappe auf!“-Aktion sei es überdies gewesen, auf tief eingegrabene patriarchale und kapitalistische Grundmuster hinzuweisen, die eine solidarische Lösung der Flüchtlingsfrage behinderten: „Flüchtlinge hin- und herzuschieben ist keine Lösung“, so Barger.

 

 „Strukturelle Gewalt“ sei auch zu orten, wenn Ausgaben für Flüchtlinge über das entwicklungspolitische Budget abgewickelt würden, wie das in Österreich und einigen anderen Staaten der Fall sei. Noch sei das durch die OECD gedeckt, eine Änderung der Bestimmungen scheitere an von dieser Regelung profitierenden Staaten: „Jeder dritte Euro, den Österreich vorgibt, für Entwicklungszusammenarbeit aufzuwenden, wird für Flüchtlingsbetreuung in Österreich verwendet“, erklärt Barger im Rückgriff auf den Bericht über öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) 2015. Das schmälere die Unterstützung im globalen Süden einerseits und zeuge andererseits von einem unklaren, wenig entschiedenen Engagement für Flüchtlinge hierzulande. Verschärfend wirke, dass Österreich ohnedies weit hinter seiner Verpflichtung zurückliegt, 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für entwicklungspolitische Zusammenarbeit bereitzustellen. Derzeit liegt das EZA-Budget bei 0,35 Prozent, die Flüchtlingshilfe im Inland inkludiert.

 

Neben Cornelia Barger von der Aktion Familienfasttag waren am „Klappe auf!“- Podium im Wiener „KunstSozialRaum“ Magda Seewald vom Wiener Institut für Internationalen Dialog und Zusammenarbeit (VIDC), Waltraud Grausgruber von der Initiative „Tricky Women“, Renate Blum von LEFÖ – Beratung, Bildung und Begleitung für Migrantinnen und Silvia Samhaber vom Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser vertreten. Zu den weiteren OrganisatorInnen der Aktion „Klappe auf“ zählen darüber hinaus die Frauen*solidarität, Amnesty international, der Verein „Miteinander lernen – Birlikte Ögrenelim“ sowie WIDE – Entwicklungspolitisches Netzwerk für Frauenrechte und feministische Perspektiven.

 

Mit mehr als 100 TeilnehmerInnen verzeichneten die VeranstalterInnen von „Klappe auf!“ heuer einen ausgezeichneten Erfolg. Die internationalen „16 Tage gegen Gewalt“, die am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, gestartet waren, enden am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte.

Pressereferentin der kfbö

Mag.a Elisabeth Ohnemus

Tel: 0664-321 89 36

Email: elisabeth.ohnemus[a]kfb.at

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