Tuesday 18. June 2013

Sr. Jessy kämpft gegen das Elend in Munger - Pressetext

"Zerbrochene" finden im kfb-Partnerprojekt ICEC in Nordindien neues Selbstbewusstsein

 

Sr. Jessy Jacob trägt einen lachsfarbenen Sari. In ihrer Ordenstracht tourt sie durch Österreich, um möglichst vielen Frauen bei kfb-Suppenessen von den Veränderungen in Bihar zu erzählen. Im nordindischen Bihar, im Bezirk Munger, ist sie normalerweise von Dorf zu Dorf unterwegs und ermutigt Frauen, sich zu organisieren.

Selbsthilfegruppen zu bilden, um ihren Lebensstandard zu verbessern. Der ist zurzeit von Ungerechtigkeit, Abhängigkeit und Not geprägt. Dass es möglich ist, langsam aber sicher auch in Bihar die Welt zu verbessern, beweist Sr. Jessys Initiative: Das Zentrum für ganzheitliche Gemeindeentwicklung/Integrated Community Empowerment Centre, kurz ICEC. Ein auf den ersten Blick unscheinbares, und gerade deshalb beeindruckendes Partnerprojekt der kfb-Aktion Familienfasttag.

 

Witze sagen mehr als 1.000 Worte

 

Der indische Premierminister Manmohan Singh und der frühere Präsident Pakistans, Pervez Musharraf, diskutierten über die umstrittene Provinz Kaschmir, so erzählt ein geläufiger Witz. Singh sagt zu Musharraf: „Ich gebe dir Kaschmir kampflos – unter einer Bedingung!“ Musharraf darauf: „Angenommen! Was willst du dafür?“ Indiens Premierminister Singh erwidert: „Dass du Bihar dazu nimmst.“ Der pakistanische Präsident wehrt ab: „Ausgeschlossen! Darauf kann ich nicht einsteigen.“

 

Bihar ist ein „schwieriger“ Bundesstaat im Nordosten Indiens. Das Leben dort hat seine eigenen Gesetze, die sich der Macht der indischen Regierung weitgehend entziehen. Bereits kurz nach der Unabhängigkeit Indiens 1947 wurden Gesetze eingeführt, die den Ärmsten der Armen eine Lebensgrundlage sichern sollten. Wer sich Nahrungsmittel von 2.500 kcal täglich nicht leisten kann, gilt als arm. Wer 1.500 kcal nicht erreicht, ist sehr arm. 60% der Menschen in Bihar leben von weniger als 50 Cent pro Tag und fallen unter die Armutsgrenze. Während die indische Regierung Weizen, Reis und Kerosin zum Kochen für sie zu sehr günstigen, gestützten Preisen bereitstellt, verkaufen von der Regierung beauftragte Händler in Bihar diese Produkte am freien Markt statt an die Armen - um einen viel höheren Preis. Den beträchtlichen Gewinn stecken sie selbst ein, auch wenn sie ohne diese Einnahmequelle gut leben könnten. "Und sie haben nicht einmal ein schlechtes Gewissen dabei, das Essen denen weg zu nehmen, die wirklich nichts haben!“, erklärt die in Bihar wirkende Notre-Dame-Schwester Jessy Jacob. „Denn die Armen, die traditionell außerhalb des Kastensystems stehen, sind für sie nichts wert. Die Armen gelten einfach nicht als Menschen.“ Das indische Kastensystem gibt es laut Gesetz seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Doch in Bihar prägt es bis heute das Leben.

 

Es ändert sich sowieso nichts?

Die Menschen, die hier einen Großteil der Bevölkerung ausmachen und keiner Kaste angehören, haben sich seit Jahrhunderten daran gewöhnt, dass es für sie ungefährlicher ist, nicht aufzubegehren. Dass sie sowieso ausgebeutet werden und nichts dagegen tun können. Lethargie hat sich breit gemacht. Eine besonders diskriminierte Gruppe, die Dalits, nennt sich selbst "die Zerbrochenen". Ein bezeichnendes Selbstbild.

 

Ein Schritt nach dem anderen

Drei Jahre sei sie im Jeep oder zu Fuß immer wieder von Dorf zu Dorf unterwegs gewesen, erzählt Sr. Jessy Jacob über den Aufbau ihres Projektes vor gut zehn Jahren. Gezweifelt habe sie, beinahe den Mut verloren. Doch: „Ich kann Menschen nicht leiden sehen!“, sagt die Ordensschwester aus Südindien. Das hat sie durchhalten lassen. Obwohl die Hürden anfangs unüberwindbar schienen. In vielen Dörfern, so erzählt Sr. Jessy, liegen die menschlichen Körperausscheidungen am Weg, weil es keinen Abort gibt. „Jesus!“, dachte sie. „Das schaffe ich nicht!“ Wie sollte sie in ihren Sandalen durch die Exkremente der Dorfbewohner und Dorfbewohnerinnen steigen? Da sah sie ein kleines Kind, das barfuß vor ihr durch den Kot ging. „Mein Gott!“, schoss es ihr da durch den Kopf. „Ich habe ja wenigstens meine Sandalen!“ Und sie folgte ihrem kleinen Wegweiser.

 

Selbstbewusstsein durch Selbsthilfegruppen

Mit viel Geduld und persönlichem Einsatz ist es Sr. Jessy gelungen, Frauen zu motivieren, dass sie Selbsthilfegruppen bilden. Ein direkter Nutzen der Gruppe ist es, dass die Frauen sich gegenseitig ermutigen, das bisschen Geld, das sie haben, zu sparen und zusammen zu legen.

Wenn ein Kind früher krank wurde und man die Hilfe eines medizinischen Assistenten brauchte, dann ging man zu einem vermögenden Geldverleiher. Eine arme Frau hinterließ diesem als Sicherheit die Eigentumsurkunde von dem kleinen Fleckchen Acker, auf dem sie Reis für ihre Familie anbaute. Da sie das Geld und die hohen Zinsen nicht zurückzahlen konnte, verlor sie auch noch dieses Stück Boden. Ihre Tochter starb trotz der Behandlung durch den medizinischen Assistenten.

 

Der Bankomat zuhause

Die Frauen in den Selbsthilfegruppen, die Sr. Jessy durch ihre Ausdauer angeregt hat, sorgen für solche Notfälle vor und sind dann nicht mehr abhängig von Geldverleihern, die horrende Zinsen verlangen. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein enorm. „Wir haben unseren eigenen Bankomat!“, scherzen die Frauen, die bis vor kurzem nicht einmal von einem Teil des Dorfes in den anderen ohne männliche Begleitung gehen durften. Viele verwenden das Ersparte für die Ausbildung ihrer Kinder. Die meisten Frauen in Bihar haben niemals lesen und schreiben gelernt. Ihre Kinder sollen es einmal besser haben.

 

Mehr als 20 Selbsthilfegruppen gibt es in den Dörfern in Munger, Sr. Jessys Projektgebiet. Seit dem Projektstart waren es bereits 100 Gruppen. Und laufend werden es mehr – denn erfolgreiche Selbsthilfegruppen ermutigen auch andere Frauen, ihr Leben in die Hand zu nehmen.

 

Rückfragehinweis

Mag.a Sandra Jetzinger

Katholische Frauenbewegung Österreichs/ Pressereferentin

Spiegelgasse 3/II

1010 Wien

Tel: 0664-321 89 36

sandra.jetzinger@kfb.at

 

 

 

 

 

Die Katholische Frauenbewegung lädt Sie zum Teilen mit notleidenden Menschen ein. Mit Ihrer Spende für die Aktion Familienfasttag 2013 helfen Sie Frauen, aus eigener Kraft ihre Situation zu verbessern und ihren Kindern Zukunftschancen zu erschließen.

 

 

Bei Fragen wenden Sie sich an:

 

Mag.a Dr.in Katharina Wegan

Öffentlichkeitsarbeit und Spendenservice

Tel: +43 1 51 552-3110

Mobil: +43 664 621 70 82

Email: katharina.wegan[a]kfb.at

 

 

Jetzt gleich online spenden!

 

Ihre Spende ist steuerlich absetzbar.

Herzlichen Dank!

       

Informationen

zur kfb-Studienreise "Auf den Spuren der Hlg. Katharina von Siena"

 

 
   
Informationen zum Jahresthema 2012/13  

 

 

 

Rückfragehinweis

Katholische Frauenbewegung Österreichs

Spiegelgasse 3/II

1010 Wien

Tel: 01/51 552-3695

 

 

Rückfragen bitte an:

 

Dr.in Mag.a Katharina Wegan

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Spendenservice

 

Katholische Frauenbewegung Österreichs
Referat für Entwicklungspolitik - Aktion Familienfasttag
Spiegelgasse 3/II
1010 Wien
Tel: +43 1 51 552-3110

E-Mail: katharina.wegan[a]kfb.at

Rückfragen bitte an:

 

Dr.in Mag.a Katharina Wegan

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Spendenservice

 

Katholische Frauenbewegung Österreichs
Referat für Entwicklungspolitik - Aktion Familienfasttag
Spiegelgasse 3/II
1010 Wien
Tel: +43 1 51 552-3110

E-Mail: katharina.wegan[a]kfb.at

zur ersten Seite  vorherige Seite     1 2 3 ... 19 20 21     nächste Seite (n)  zur letzten Seite (l)

Katholische Frauenbewegung Österreichs Katholische Frauenbewegung Österreichs, Referat für Entwicklungspolitik - Aktion Familienfasttag
1010 Wien, Spiegelgasse 3/II, Tel: +43(0)1 / 51 552-3697, Fax: +43(0)1 / 51 552-3764, E-Mail: teilen@kfb.at
http://www.teilen.at/