Umweltbewusst das Land neu aufbauen
Schwere Naturkatastrophen führen auf den Philippinen zu mehr Umweltschutz und biologischer Landwirtschaft
All ihr Hab und Gut verlor Connie Noloasco binnen weniger Stunden als der Taifun über die Ostküste der philippinischen Hauptinsel Luzons brauste. Was der Sturm nicht zerstörte, riss die Flut mit sich. Die 43jährige Mutter von sechs Kindern stand mit ihrem Ehemann Efren vor dem Nichts, war nur glücklich, dass alle lebend das Unglück überstanden hatten.
Schon vor der Naturkatastrophe zählte die Familie allerdings nicht zu den begüterten Leuten. In dieser gebirgigen Gegend der Sierra Madre, die abrupt zur Pazifikküste abbricht, gibt es wenig Möglichkeiten um ein regelmäßiges Einkommen zu erlangen. Die Menschen leben hauptsächlich von Fischfang und Reisanbau. Die katholische Kirche fördert hier in der Prälatur Infanta auch mit Unterstützung aus Österreich zahlreiche Sozialprojekte, wie z.B. KUMARE, eine Fraueninitiative für ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung.
Sie wurde von Ordensfrauen anfangs der 1990er Jahre zum Aufbau von Kleinkreditprogrammen nach dem Modell der "Grameen Bank" gegründet, um Frauen Wege zu einem regelmäßigen Einkommen zu erschließen und darüber hinaus durch Bildungsarbeit die Frauen in ihren Fähigkeiten zu stärken, ihre Lebensbedingungen selbst zu verbessern. Seit 1997 werden verschiedene Projekte dieser derzeit 1400 Mitglieder umfassenden Initiative auch von der Katholischen Frauenbewegung Österreichs finanziert.
Connie Noloasco sah, wie ihre Freundinnen durch die Mitgliedschaft bei KUMARE günstige Kredite und Wissen zur Gründung und Führung von kleinen Einkommen schaffenden Projekten, wie zum Beispiel Gemischtwarenhandlungen, erlangt hatten. Das wollte sie auch machen, um die nötigen Mittel für den Schulbesuch ihrer Kinder zu erwirtschaften. So schloss sie sich KUMARE an. Kurz danach zerstörte jedoch der Taifun alle Träume vom eigenen kleinen Geschäft. Jetzt ging es ums Überleben. KUMARE konnte u.a. mit Mitteln aus der Aktion Familienfasttag ihren von der Katastrophe schwer heimgesuchten Mitgliedern das nötige Geld zum Wiederaufbau der einfachen Unterkünfte zur Verfügung stellen. Ein besonderes Augenmerk wird seither auf Umweltschutz und Ökologie gelegt, denn die Leute haben erkannt, dass die heftigen Auswirkungen der Wirbelstürme auch durch menschliche Fehlleistungen hervorgerufen wurden. Die illegale Abholzung der Berghänge hatte dazu geführt, dass die Wassermassen ungehindert in die Erde eindringen und mächtige Erdrutsche auslösen konnten.
Die Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung Österreichs finanziert nun Seminare, in denen KUMARE ihren Mitgliedern umweltbewusstes Handeln vermittelt. Connie Noloasco wurde im organischen Gartenbau unterrichtet, um durch den Verkauf von Gemüse das Schulgeld für die Kinder aufbringen zu können. Sie ist nun auch für die ökologischen Jugendprogramme in einem der 40 regionalen Zentren von KUMARE verantwortlich. Connie versucht die Jugendlichen für Umweltfragen zu sensibilisieren. Jedes Monat werden Aufräumaktionen und Baumpflanzungen zur Wiederaufforstung der Berghänge durchgeführt.
Durch verschiedene Aufgaben bei KUMARE hat Connie Noloasco ihr Selbstbewusstsein gestärkt. Aus der verzweifelten, zurückgezogen lebenden Mutter wurde eine sehr aktive kontaktfreudige Frau. "Als Mitglied von KUMARE habe ich Zugang zu Möglichkeiten, die ich vorher nicht hatte. Ich weiß, wo ich Hilfe bekommen und wie ich anderen helfen kann", stellt sie fest.
Mit Ihrer Spenden finanzieren Sie ein ökologisches und soziales Wiederaufbauprogramm auf den Philippinen, damit sich die Opfer eines Taifuns unter Beachtung von Naturschutz und Regeneration der Umwelt selbst einen sicheren Lebensunterhalt schaffen können. Mit 20 Euro ermöglichen Sie einer Frau die Teilnahme an fünf eintägigen Seminaren, z.B. zu den Themen Gesundheit, Recycling und Kompostierung, biologische Landwirtschaft, Weiterverarbeitung von Lebensmitteln und Katastrophenvorsorge .