Frauen lassen sich nicht unterkriegen
Die Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung unterstützt Inderinnen bei deren Engagement für eine gesunde Umwelt und gerechte Entlohnung
In der kleinen indischen Landgemeinde Bedusupalli im Bundesstaat Andhra Pradesh sorgen einige Frauen für Aufregung. Vor allem Frau Penchalamma löst mit ihrem großen Engagement für das Dorf und für eine gerechte Behandlung der Frauen Erstaunen und Anerkennung aus. Die 40 jährige Mutter von zwei Kindern, wie alle DorfbewohnerInnen Angehörige der ärmsten Bevölkerungsgruppe, wagt es, gegen die Obrigkeit aufzutreten. Sie organisierte mit ihrer Frauengruppe und dem Komitee zum Schutz des Waldes eine Protestkundgebung vor dem Forstamt und trat in den Hungerstreik um ihre längst fällige Entlohnung für Waldarbeiten zu erreichen. Penchalamma und viele andere in Gruppen organisierte Frauen lassen sich nicht länger einschüchtern, sondern beharren auf den ihnen zustehenden Rechten.
Zu diesem Einsatz wurden sie in den mit Hilfe der Aktion Familienfasttag gegründeten Frauengruppen der indischen nichtstaatlichen Organisation REMEDE - „Root Institute for Manpower Enlightenment and Rural Development" motiviert. Dort lernen sie nicht nur Hygiene und Gesundheitsvorsorge, sondern werden auch über die Ursachen weit verbreiteter Krankheiten und den frühen Tod vieler Kinder aufgeklärt. So führt der starke Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft zur Verseuchung des Trinkwassers. Penchalamma weiß nun auch über alternative Anbaumethoden Bescheid. Sie kann die Qualität des Wassers selbst überprüfen. Gemeinsam mit anderen Frauen betreibt sie eine Pumpanlage für sauberes Trinkwasser.
Aufforstungsprogramm zur Klimaverbesserung
Sie erkannte auch die große Bedeutung eines intakten Waldes. Deshalb bemühte sie sich um ein Aufforstungsprojekt für ihren Gemeindewald. Das wurde bewilligt und mit großem Engagement von der Bevölkerung selbst realisiert. Das Forstamt verweigerte jedoch dann die Auszahlung des vereinbarten Lohns.
Hartnäckig und schließlich erfolgreich kämpft Penchalamma unterstützt von ihrer Frauengruppe um ihre Rechte und zeigt damit, dass gemeinsam mehr erreicht werden kann. Sie kann die Auszahlung des vereinbaren Lohns für die Aufforstungsarbeiten durchsetzen. Als sie sich jedoch um einen Kredit bei der Bank bemüht, wird ihr dieser wegen ihrer öffentlichen Protestaktionen und ihres Engagements für die anderen verweigert. Sie soll auch kein Brachland zur Bewirtschaftung bekommen.
Aber Penchalamma lässt sich nicht unterkriegen. Sie bekommt von ihrer Frauengruppe einen Mikrokredit und setzt sich nun für die Aufteilung von Brachland in ihrer Gemeinde an landlose, arme Familien ein.
Mit 10 Euro helfen Sie einer armen Frau in Indien an Informationsveranstaltungen über Gesundheitsvorsorge und Hygienemaßnahmen, Ernährung, Wasserqualität oder Landwirtschaft teilzunehmen.
Mit 20 Euro helfen Sie eine Fortbildungsveranstaltung über alternative, pestizidfreie Anbaumethoden oder über die Schaffung von Küchengärten zu veranstalten.
Mit Ihrer Spende schaffen Sie Bildungsprogramme für Frauen in Indien.