Friday 24. May 2013
ARGE Projekte kfb/DKA

„Die Erinnerung wach halten..."

Eine Ausstellung zur Geschichte kolumbianischer Aktivistinnen

Die Frauen der OFP (Organización Feminina Popular) in Kolumbien tragen ihre Meinung offen zur Schau. Auf ihren T-Shirts stehen die Ideale, für die sie sich einsetzen: Frieden, Gerechtigkeit, ein Ende der Gewalt (an Frauen). Ein Teil dieser Slogans ist in einer Ausstellung von 1.-12. März 2010 im C3 in Wien zu sehen. Unter dem Titel „Die Erinnerung wach halten..." sind die wechselhafte Geschichte der OFP und ihre verschiedenen Aktionen dargestellt.

Projekt in Kolumbien

 

Ungestillte Sehnsucht nach Frieden

 

Im kolumbianischen Bürgerkrieg wollen Frauen nicht länger Opfer sein 

 

Gisela Fernanda Carvajal Ortiz will nichts als in Frieden mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf in Kolumbien leben. Aber sie wurde in einem vom jahrzehntelangen Bürgerkrieg erschütterten Land geboren. Denn Guerilla und paramilitärische Gruppen kämpfen seit mehr als 30 Jahren in Kolumbien gegeneinander. Die Bevölkerung gerät dabei immer wieder zwischen die Fronten,  wird vertrieben, terrorisiert, muss tausende Tote beklagen.

Auch Gisela Fernanda Carvajal Ortiz kam mit ihrem Mann und der einjährigen Tochter zwischen die Fronten. Die Paramilitärs beschuldigten die Einwohner des 20 Häuser zählenden Dorfes, Guerilleros versteckt zu haben. Sie durchsuchten mit brachialer Gewalt die einfachen Unterkünfte, plünderten Lebensmittel und Geräte. Als sie nichts fanden, organisierten sie eine Blockade und ließen keine Fahrzeuge mit Lebensmitteln mehr durch. Über dem Dorf positionierte sich auf einem Hügel die Guerilla. Es kam mehrere Tage hindurch zu heftigem Schusswechsel. „Dann war es plötzlich ganz still. Wir dachten, jetzt ist es vorbei. Mein Mann saß mit unserer kleinen Tochter am Arm im Wohnzimmer als plötzlich zwei Schüsse unser Haus trafen," erinnert sich die Kolumbianerin. „Die Kugel traf meinen Mann am Arm und tötete meine Tochter."

Mit dem toten Kind und dem schwer verletztem Mann verließ sie das Dorf. „Obwohl es schön dort war, wollten wir nicht zurück. Sie behandelten uns, als ob wir Akteure des Konflikts wären, aber wir sind nur ganz gewöhnliche Leute, deshalb ist es schwierig zu vergeben. Man fühlt Zorn, Hass." Die Anzeige der Ermordung ihres Kindes blieb ohne Folgen. „Wir erhielten nichts, nicht einmal eine Unterstützung für das Begräbnis." Bei der kolumbianische Frauenorganisation Organización Femenina Popular- OFP wurde ihr jedoch geholfen und eine psychologische Betreuung ermöglicht.

 

Gewaltfreier Kampf gegen den Bürgerkrieg

OFP führt seit vielen Jahren unterstützt mit Mitteln aus der Aktion Familienfasttag einen gewaltfreien politischen Kampf gegen die verschiedenen Formen von Gewalt im Land. Sie fordert von allen bewaffneten Gruppen ein Ende der Gewalt gegen die Zivilgesellschaft und den Respekt der Demokratie und der Menschenrechte. OFP veranstaltet große Kundgebungen und Protestmärsche, aber auch Schweigemärsche und Mahnwachen für den Frieden und arbeitet mit diversen Friedensnetzwerken im Land zusammen. Für die Opfer der Gewalt gibt es in Frauenzentren der OFP Rechtsberatung, psychologische Betreuung und Gesundheitsversorgung. An intern vertriebene Familien wird einmal am Tag eine warme Mahlzeit ausgegeben. Frauen bekommen eine Ausbildung, um ihre Familien erhalten zu können. Besonders wichtig ist auch der (Wieder-)Aufbau eines sozialen Netzwerkes und die gelebte Solidarität unter den Frauen.

 

 

Mit 30 Euro helfen Sie einer Frau, die in Kolumbien Opfer von Gewalt wurde, Rechtsbeistand oder psychologische Betreuung zu erhalten.

 

Mit Ihrer Spende für die Aktion Familienfasttag helfen Sie Frauen gewaltfrei gegen den Bürgerkrieg aufzutreten und die Menschenrechte in Kolumbien durchzusetzen.

 

Projekte 2010

 

» Indien
» Philippinen

» Kolumbien



OFP vermittelt psychologische Betreuung und Rechtsbeistand für Opfer von Gewalt.

Foto: Archiv DKA/kfbö

 


Katholische Frauenbewegung Österreichs Katholische Frauenbewegung Österreichs, Referat für Entwicklungspolitik - Aktion Familienfasttag
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