Die Schule unter freiem Himmel
Mehr als 1.000 Kinder lernen jedes Jahr in den „Schulzentren“ von NIRDESH im Norden Indiens
„Alle Klassen finden im Freien statt“, schreibt die kfb-Projektreferentin Dr.in Eva Wallensteiner in einem Brief aus Indien. „Im Winter sitzen die Kinder in der Sonne, um sich aufzuwärmen. Während der Regenzeit schützt eine einfache Dachkonstruktion die Mädchen und Buben.“
35 kleine Schulzentren unter freiem Himmel hat die Organisation NIRDESH aufgebaut. Für die Kinder die einzige Möglichkeit, lesen und schreiben zu lernen. 40% der Dorfkinder werden in den sogenannten „nicht formalen Schulen“ auf den Besuch einer Regelschule vorbereitet. Dass muslimische Buben und Mädchen in den Dörfern gemeinsam lernen, ist bemerkenswert. Sogar verheiratete Mädchen dürfen am Unterricht teilnehmen. Von den erwachsenen Frauen im Dorf kann nur jede vierte lesen.
Stopp dem Menschenhandel
Neben den Schulprojekten konzentriert sich NIRDESH auf den Kampf gegen Menschenhandel. Dieser blüht unter der armen Landbevölkerung im nordindischen Bundesstaat Bihar. Ob Heirat oder Job - korrupte Mittelsmänner locken junge Frauen mit leeren Versprechungen aus den Dörfern. Statt in Beruf oder Familie einen Aufstieg zu schaffen, landen die Mädchen und Frauen in der Zwangsprostitution oder in sklavenähnlichen Arbeitsverhältnissen. Ehemalige Opfer, die die Rückkehr geschafft haben, stellt NIRDESH als Beraterinnen an, die andere Frauen bilden und aufklären, um ihnen ein ähnliches Schicksal zu ersparen.