Tag der Freundinnenschaft: Solidarität, die verbindet

Erst vor wenigen Tagen trafen sich in Traunkirchen Frauen aus ganz Europa, von Schweden bis Rumänien, von Spanien bis Polen, um 30 Jahre Europäische Frauensynode zu feiern und gemeinsam weiterzudenken. Ein schönes Beispiel dafür, worum es morgen, am internationalen Tag der Freundschaft, im Kern geht: Verbindung über Grenzen hinweg, die nicht bei der eigenen Nachbarschaft endet.

Wir lassen uns dafür von María do Mar Castro Varela und Bahar Oghalai und ihrem Konzept der politischen Freundinnenschaft inspirieren. Darin wird Freundschaft zu mehr als persönlicher Zuneigung: Sie wird zur politischen Haltung. Sie bedeutet, sich mit Frauen* weltweit zu verbünden, ihre Stimmen zu verstärken und gemeinsam für eine gerechtere Welt einzustehen, jenseits von Hierarchien und Ausbeutung.

Was heißt das für unsere Arbeit ganz konkret? Klassische Entwicklungshilfe kannte lange ein Gefälle: hier die Gebenden, dort die Bedürftigen. Politische Freundinnenschaft dreht diese Logik um. Sie fragt nicht, wie wir jemandem helfen, sondern wie wir uns verbünden, mit Frauen, die selbst am besten wissen, was sie und ihre Gemeinschaften brauchen. Genau das versuchen wir mit jedem Partnerprojekt umzusetzen: Die Fundación entre Mujeres in Nicaragua bestimmt selbst, wie sie Care-Arbeit sichtbar macht. Die Frauen von Ixoqib‘ MIRIAM in Guatemala entscheiden selbst, was gleichberechtigte Beziehungen in ihrer Maya-Kultur bedeuten. Wir stellen Mittel und Vertrauen zur Verfügung, nicht Vorgaben.

Dazu gehört auch Allyship, aktives Verbündeten-Sein. Das heißt: zuhören, lernen, Raum geben und konkret handeln, ohne selbst im Mittelpunkt zu stehen. In der Praxis bedeutet das für uns: Wir erzählen die Geschichten unserer Partnerinnen so, wie sie selbst erzählt werden wollen, nicht als Rührstück für Spenderinnen und Spender in Österreich. Wir zeigen Frauen als das, was sie sind: Expertinnen ihrer eigenen Situation, nicht Empfängerinnen von Wohltätigkeit. Und wir stellen uns die unbequeme Frage, wo auch wir als Organisation im Globalen Norden Privilegien haben, die wir reflektieren müssen, statt sie stillschweigend vorauszusetzen.

Solidarität lebt davon, dass wir unsere Privilegien reflektieren und uns bewusst an die Seite derer stellen, die strukturell benachteiligt werden, unabhängig von Geschlecht, Sexualität, Herkunft oder Religion. Das gilt für die Purpurhändlerin Lydia in der Bibel genauso wie für eine Kleinbäuerin in Estelí oder eine indigene Frau im guatemaltekischen Hochland heute: Würde entsteht nicht durch Mitleid, sondern durch Beziehung auf Augenhöhe.

Freundschaft als Widerstand. Solidarität als Handeln. Allyship als Haltung. Gemeinsam für eine Welt, in der alle in Sicherheit und selbstbestimmt leben können.

  Jetzt spenden und Frauen weltweit solidarisch zur Seite stehen!

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