Mindanao Migrants Center
Je ärmer die Menschen sind, desto leichter werden sie zur Beute von Menschenhändlern.
Es ist eine Geschichte, wie sie Norie Inorisa Sialana, die Geschäftsführerin des Mindanao Migrants Center, in ihrer Arbeit oft zu hören bekommt. Ein Ehemann missbraucht seine Frau, die Mutter verlässt ihn mit ihren zwei Kindern. Doch wie soll sie jetzt allein den Lebensunterhalt für die Familie bestreiten?
Die Lösung liegt oft im Ausland. Irgendwo in Saudi-Arabien, den USA oder Europa. Jeden Monat schickte sie Geld nach Hause, damit ihre Kinder von Freunden und Nachbarn betreut wurden. Doch im saudi-arabischen Riad erging es ihr schlecht. Sie wurde geschlagen, lief weg, wechselte häufig den Arbeitgeber, bis sie schließlich als Diebin beschuldigt im örtlichen Gefängnis landete. Währenddessen setzte man ihre beiden Kinder auf die Straße, weil sie die monatlichen Zahlungen nicht mehr leisten konnte. Das Mindanao Migrants Center konnte die Mutter zurückholen. Doch jetzt ist sie mittellos und ihre Kinder sind traumatisiert.
Das größte Problem ist die illegale Migration
„Je ärmer die Menschen sind, desto leichter fallen sie auf illegale Anwerbung herein und landen im Menschenhandel“, erzählt Geschäftsführerin Norie. Die Arbeitsmigration wird von der Regierung gefördert und die Migrant*innen als Held*innen gefeiert, denn die hohen Rücküberweisungen machen mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus, und der Staat verdient mit notwendigen Gebühren und bürokratischen Hürden gut am Arbeitskräfteexport. Schätzungen zufolge kommt nochmals eine ähnlich hohe Summe an Waren und Bargeld auf informellen Kanälen ins Land. Das verbessert die Zahlungsbilanz des Staates, hat aber auch seinen Preis – der vor allem von den zurückgelassenen Kinder, Jugendlichen, Kranken und Alten gezahlt werden muss.
Weitere Einsatzgebiete der Aktion Familienfasttag auf den Philippinen:
Zurzeit unterstützt die Katholische Frauenbewegung zehn Projekte in den Landesteilen Luzon und Mindanao.
Darunter: MMCEAI, AKKMA, Kumare, OWGC, IPDI, OND WES, Bethany Home, Don Bosco, KAABAY
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