Klimakrise ist weiblich

Die kfb fordert JA Österreichs für UN-Abstimmung zur Klima-Verantwortung!

Die Flut kommt in Bangladesch nicht plötzlich. Erst verschwindet der Weg zwischen den Häusern, dann dringt das Wasser in die Felder, schließlich in die Wohnungen. Was zurück bleibt, ist Schlamm – und die Frage, wie ein Leben weitergehen soll. Für Frauen bedeutet das weit mehr als zerstörte Ernten: Einkommen brechen weg, Trinkwasser wird knapp, Kinder müssen versorgt werden. Wer ohnehin kaum Besitz hat, verliert oft alles.

Ortswechsel nach Kolumbien: Internationale Rohstoffinteressen treffen auf indigene Gemeinschaften. Hier bedeutet Klimakrise abgeholzte Wälder, vergiftete Flüsse und die Angst, das eigene Land zu verlieren. Mit Unterstützung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö) wehren sich Frauen gegen Umweltzerstörung und Vertreibung.

Und in Tansania stehen Frauen lange vor Sonnenaufgang auf, weil der Weg zum nächsten Brunnen immer länger wird. Dürreperioden trocknen Wasserstellen aus, Ernten fallen aus, Lebensgrundlagen verschwinden. Wer Wasser holt, Nahrung organisiert und Familien durch Krisen trägt, sind meist Frauen.

Szenen wie diese stehen plötzlich im Zentrum einer internationalen Debatte, die bisher oft abstrakt klang: Klimaschutz als Menschenrechtsfrage. Am 20. Mai stimmt die UN-Generalversammlung über eine Resolution ab, die politische und juristische Folgen haben könnte.

Ausgangspunkt ist ein historisches Gutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH) aus dem Vorjahr. Darin hält das höchste Gericht der Welt fest: Klimaschutz ist keine freiwillige politische Maßnahme, sondern eine völkerrechtliche Pflicht. Staaten, die zu wenig tun, könnten künftig rechtlich zur Verantwortung gezogen werden.

Die Katholische Frauenbewegung Österreichs fordert deshalb ein österreichisches Ja zur Resolution. Dafür wurden Briefe an Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, an Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und an internationale katholische Netzwerke geschickt.

Geschlechtergerechtigkeit ist ein Thema, das in der Klimadebatte oft untergeht: Die Klimakrise hat ein weibliches Gesicht – Frauen sind ungleich härter betroffen. Die Frauenbewegung spricht deshalb von Klimagerechtigkeit – nicht nur von Klimaschutz. Sie unterstützt weltweit mehr als 70 Projekte, von klimaangepasster Landwirtschaft in Nepal bis zu Wasserversorgungssystemen in Tansania. Frauen sind nicht bloß Betroffene, sondern „Agentinnen des Wandels“.

Hinter der Resolution steht eine bemerkenswerte Allianz, eingebracht vom Pazifikstaat Vanuatu. Unterstützung kommt inzwischen aus katholischen Netzwerken bis hin zum Vatikan. Papst Franziskus’ Enzykliken „Laudato si’“ und „Laudate Deum“ dienen als moralischer Bezugspunkt.

 

Die Entscheidung in New York wird das Weltklima nicht sofort verändern. Aber sie könnte den Druck auf Staaten erhöhen, Klimazerstörung künftig nicht länger als unvermeidliche Nebenwirkung wirtschaftlicher Interessen zu behandeln.

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