Wednesday 11. December 2019

Glaubensverkündigung erfordert ganzheitliche Förderung des Menschen

08.09.2003
Erzbischof von Hyderabad präsentierte in Wien mit finanzieller Hilfe aus Österreich geschaffenes Pastoralkonzept
Der Erzbischof von Hyderabad, Marampudi Joji, hat bei einem Kurzbesuch in Wien die ganzheitliche Förderung des Menschen als wesentliche Aufgabe des Christentums hervorgehoben. Im Gespräch mit Vertreterinnen der Katholischen Frauenbewegung und der Katholischen Jungschar, die aus Mitteln der „Dreikönigsaktion“ und der „Aktion Familienfasttag“ die Arbeit des Erzbischofs unterstützen, unterstrich Joji, dass es nicht genüge, den Glauben zu lehren. Die katholische Kirche müsse sich auch stets mit den konkreten Lebensproblemen der Menschen auseinander setzen und Antworten auf die Herausforderungen der Zeit finden. „Wenn sich die Kirche nicht den aktuellen Problemen stellt, dann ist sie nicht die Kirche Christi“, betonte der indische Erzbischof. Die Kirche müsse sich nach den Grundsätzen Jesu für eine Gesellschaft einsetzen, die auf Gerechtigkeit, Friede, Liebe und Gleichheit basiert. „Deshalb wird in Indien das Christentum vor allem von den Daltis, der kastenlosen, niedrigsten Sozialschicht Indiens, als Befreiung empfunden“, sagte Joji.
Im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh versucht die Kirche mit Hilfe der pastoralen Einrichtung „Jyotirmai“ dieses Konzept der ganzheitlichen Förderung des Menschen zu realisieren. Mit finanzieller Hilfe aus Österreich und Deutschland werden Laien ausgebildet, die in den Dörfern christliche Basisgemeinden initiieren. In diesen aus jeweils rund 15 Familien bestehenden Kleingruppen einer Pfarre kommen die Gläubigen wöchentlich zusammen, um gemeinsam zu beten, die Bibel zu meditieren, aktuelle Lebensprobleme und deren Lösungen zu erörtern. Dieses Pastoralkonzept hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut bewährt, fördert das Gemeinschaftserlebnis einer religiösen Minderheit und ermöglicht das „konkrete Teilen der frohen Botschaft Gottes unter den Gläubigen“, betonte der Erzbischof.

Da Christen keinen Anspruch auf einen staatlichen Schulplatz in Andhra Pradesh haben, bietet die katholische Kirche auch Kindern und Jugendlichen aus diesen Basisgemeinden eigene Ausbildungsmöglichkeiten an. Aus den Mitteln der Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung Österreichs werden Stipendien für die ärmsten Menschen, die kastenlosen Dalits, finanziert. „Bildung ist der Schlüssel zur Verbesserung der Lebenssituation, aber für viele Leute bei uns einfach nicht leistbar“, erklärt Joij. „Wenn ich heute einem armen Menschen eine gute Bildung ermögliche, dann kann er sein Leben verbessern und als Erwachsener wiederum anderen Kindern eine Ausbildung finanziert.“ Als Beispiel schilderte er sein eigene Biographie. Der katholische Würdenträger ist selbst Dalit. Er stammt aus einer armen kastenlosen Familie. Die Mutter war – wie rund 50 Prozent der Frauen in Indien – Analphabetin, der Vater verdingte sich als Landarbeiter.

In Indien sind nur zwei Prozent der Bevölkerung Christen. „Dennoch bieten wir als Minderheit allen Menschen in Indien, ungeachtete ihrer Kaste, ihrer Religion und Rasse, Ausbildungsmöglichkeiten an, um zu veranschaulichen, dass wir Diskriminierung ablehnen. Dieses Projekt ist allerdings nur mit Hilfe von außen, z.B. mit Spenden aus Österreich realisierbar.“ Erzbischof Joji hofft, dass er weiterhin auf die Solidarität der österreichischen Bevölkerung bauen kann.

Pressereferentin der kfbö

Mag.a Elisabeth Ohnemus

Tel: 0664-321 89 36

Email: elisabeth.ohnemus[a]kfb.at

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