Mittwoch 23. August 2017

„Sie haben unsere Blüten, Zweige und Stämme abgeschnitten, aber die Wurzeln nicht!“

Begegnung mit Gästen aus Guatemala. Einsatz für soziale Gerechtigkeit

 

Am Dienstag, den 9. Mai 2017, sprachen am MCI Management Center Innsbruck die aus Guatemala stammende Elizabeth Cabrera López und Elvis Santiago Morales Sican, Prof. Belachew Gebrewold und Caritasdirektor Georg Schärmer über soziale Ungleichheit.

 

Am Dienstag, den 9. Mai 2017, sprachen am MCI Management Center Innsbruck die aus Guatemala stammende Elizabeth Cabrera López und Elvis Santiago Morales Sican, Prof. Belachew Gebrewold und Caritasdirektor Georg Schärmer über soziale Ungleichheit.

Guatemala ist der bevölkerungsreichste Teil Zentralamerikas und geschichtlich geprägt durch die Kolonialherrschaft, Diktatoren, Ausbeutung und 36jährigem Bürgerkrieg. Die soziale Situation in Guatemala ist eine ungleiche: Einige wenige sind im Besitz von sehr viel Reichtum und Macht über Grund und Boden.

 

„Sie haben unsere Blüten, Zweige und Stämme abgeschnitten, aber die Wurzeln nicht!“, mit diesem Sprichwort verdeutlicht Elizabeth Cabrera Lopez die Zeit der Invasion und der Kolonisation. Diese Epochen wirken bis ins heute nach, die extreme soziale Ungleichheit und Mehrfachdiskriminierung ist historisch bedingt. Armut, Geschlecht und ethnische Herkunft multiplizieren die Diskriminierung in einer rassistisch, patriarchal und kapitalistisch ausgerichteten Gesellschaft.

 

Elizabeth Cabrera López gehört der Kultur „mam“ an, eine von den 21 Ethnien der Mayas. Sie selbst musste während des Bürgerkrieges mit ihrer Familie nach Mexiko fliehen und konnte erst durch ein Stipendium der Organisation MIRIAM wieder in ihr Heimatland zurückkehren und studieren. Die Organisation MIRIAM fördert die Bildung von Frauen und versucht durch Workshops und Projekte Frauen über ihre Rechte aufzuklären, sie in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken und zur gesellschaftlichen Teilhabe zu ermutigen. Die als Blume dargestellt vielfältige Strategie von Miriam zeigt, wie durch die Stärkung der Wurzeln Frauen „aufblühen“.

 

Blumen, bunte Kerzen, Mais und Bohnen spielen in den Heilungszeremonien der Maya eine wichtige Rolle, zur formalen Bildung ergänzend arbeitet Miriam mit Psychologen und mit Heilungszeremonien der Maya um die Traumata der Frauen zu heilen. Selbst in Tirol begannen die Gäste aus Guatemala diesen Abend mit einer Invocácion. Die Pflege der Verbindung von Menschen untereinander und zur Schöpfung ist essentiell für ein erfülltes Leben und äußert sich sowohl in der politischen Arbeit wie in der spirituellen Tätigkeit.

 

Zivilgesellschaftliches Engagement ist bei der Organisation von Elvis Morales Sican gefragt. 1028 Fälle von gewaltsamen Landraub durch Konzerne und Großgrundbesitzer sind aktuell bekannt. Ölpalmen versprechen diesen einen schnellen Gewinn. CCDA, ein Verein für Kleinbauern im Hochland, konnte so zumindest in Fall von Samanzana die Rückgabe des Landes erreichen. Es ist paradox, dass in einem fruchtbaren Land mit guten klimatischen Bedingungen sehr viele Kinder unter fünf Jahren unter- bzw. mangelernährt sind, weil das Ackerland so ungleich verteilt ist.

 

Das Interesse, das ihnen und Guatemala seitens der ÖsterreicherInnen bekundet worden ist, gibt ihnen Energie an ihrer Vision, einen gerechten Zugang zu Ressourcen für alle zu schaffen, weiterzuarbeiten. Den ÖsterreicherInnen möchten sie mitgeben, den Wohlstand nicht als selbstverständlich zu sehen. Dieser ist das Werk der vorherigen Generationen und wir tragen die Verantwortung dieses Erbe für die folgenden Generationen zu schützen.

 

Myriam Karlinger von Amnesty International führte am 8. Mai 2017 das Interview mit Rosario No’j Xoyon und Mariola Vicente Xiloj aus Guatemala und Bettina Reiter von Welthaus Linz.

https://www.dorftv.at/video/27126

Text von Anna-Elena Pinggera und Sibylle Auer

Pressereferentin der kfbö

Mag.a Elisabeth Ohnemus

Tel: 0664-321 89 36

Email: elisabeth.ohnemus[a]kfb.at

Pressephotos der Vorsitzenden

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