Wednesday 17. July 2019

Gender-Budgeting: „Wir müssen unsere Rechte einfordern“

Frauen organisieren sich gegen Sparmaßnahmen auf ihre Kosten

 


Gloria Santos, 58, ist Kindergartenpädagogin. Aus ihrer Arbeit weiß die Philippinin, was Armut von Kindern bedeutet, insbesondere für deren Zukunft: weitgehend ausgeschlossen von Bildungsprozessen werden sie arm bleiben und ihre Kinder wiederum in Armut und ohne Chancen auf Bildung großziehen. Gloria hat beschlossen, in diesen Prozess einzugreifen: unterstützt von FDC, der „Freedom for Debt Coalition“, hat sie die Frauenorganisation „Kumpas“ gegründet, die die BewohnerInnen ihrer Gemeinde mobilisiert, ihre Rechte, insbesondere auf Bildung, einzufordern: „Ich war essentiell am Aufbau eines alternativen Lernsystems in meiner Gemeinde beteiligt“, berichtet Gloria, „und gebe nun auch innerhalb dieses Programms Unterricht“. Das Programm richtet sich an Erwachsene, die aufgrund ihrer Armut keinen Schulabschluss erreichen konnten.

 

Schwindende Sozialleistungen und Ausgaben im Bereich öffentlicher Dienstleistungen, etwa der Bildung, sind Teil des Sparprogrammes, das der philippinische Staat verfolgt, um die enorme Verschuldung des Landes abzubauen – eine Verschuldung, die teilweise in die Zeiten der Diktatur zurückreicht. Die „Freedom for Debt Coalition“, die die Frauenorganisation „Kumpas“ und zahlreiche andere zivilgesellschaftliche Organisationen zusammenschließt, setzt sich dafür ein, die Kosten dieser Verschuldung nicht bei den Gemeinden und privaten Haushalten, vor allem also bei den Frauen zu belassen. Sie fordert ein „Genderbudgeting“, das diesen Namen verdient: eine auch geschlechtergerechte Finanz- und Budgetpolitik. Gegenwärtig gibt es auf den Philippinen kein Bewusstsein dafür, obgleich sich der Staat seit 1996 zu „Gender-Budgeting“ bekennt – konkret dazu, 5 Prozent aller Ausgaben in staatlichen Institutionen im Sinne von Geschlechtergerechtigkeit und Entwicklung zu widmen. Eine Kontrolle dieser Verpflichtung ist nur mangelhaft gegeben, „Gender-Budgeting“ ein Lippenbekenntnis geblieben.

 

Gloria hat ein Bewusstsein für die Zusammenhänge ihrer Alltagserfahrungen mit der Politik erst entwickeln müssen: „Durch FDC habe ich gelernt, dass wir uns dafür einsetzen müssen, dass öffentliche Gelder für Bildung, Gesundheit und Sozialleistungen nicht ständig gekürzt , sondern  erhöht werden. Ich habe auch gelernt, dass es gut ist, dafür zu kämpfen, denn das sind die Rechte der Kinder, der Frauen und der gesamten Gemeinde: wir selbst müssen die Rechte einfordern, denn sonst wird es niemand für uns tun.“

 

Im Rahmen von „Kumpas“ kämpft Gloria dafür, immer mehr Erwachsene in das von ihr mit entwickelte alternative Lernsystem hereinzuholen und zu einem Schulabschluss zu führen. Mit Hilfe von FDC möchte sie „Kumpas“ über die Grenzen ihrer Region hinaus etablieren und erreichen, dass sich Gemeinden in der Erwachsenenbildung gegenseitig unterstützen: „FDC hat mir Selbstvertrauen gegeben“, so Gloria, die vor Schwierigkeiten und Rückschlägen nicht zurückschreckt: „Manchmal ist es nicht einfach weiterzumachen – oft scheint es ein endloser Kampf zu sein, aber wir müssen weitermachen für eine bessere Zukunft.“

Pressereferentin der kfbö

Mag.a Elisabeth Ohnemus

Tel: 0664-321 89 36

Email: elisabeth.ohnemus[a]kfb.at

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