Saturday 24. August 2019
FDC

Gender-Budgeting: „Wir müssen unsere Rechte einfordern“

Frauen organisieren sich gegen Sparmaßnahmen auf ihre Kosten

 

Gloria Santos, 58, ist Kindergartenpädagogin. Aus ihrer Arbeit weiß die Philippinin, was Armut von Kindern bedeutet, insbesondere für deren Zukunft: weitgehend ausgeschlossen von Bildungsprozessen werden sie arm bleiben und ihre Kinder wiederum in Armut und ohne Chancen auf Bildung großziehen. Gloria hat beschlossen, in diesen Prozess einzugreifen: unterstützt von FDC, der „Freedom for Debt Coalition“, hat sie die Frauenorganisation „Kumpas“ gegründet, die die BewohnerInnen ihrer Gemeinde mobilisiert, ihre Rechte, insbesondere auf Bildung, einzufordern: „Ich war essentiell am Aufbau eines alternativen Lernsystems in meiner Gemeinde beteiligt“, berichtet Gloria, „und gebe nun auch innerhalb dieses Programms Unterricht“. Das Programm richtet sich an Erwachsene, die aufgrund ihrer Armut keinen Schulabschluss erreichen konnten.

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„Ich möchte Teil sein der Siege von FDC“

Frauen kämpfen für eine geschlechtergerechte Budget- und Finanzpolitik

 

Der Alltag von Yuen Abana, 52, ist von Problemen durchdrungen: die Preise für Waren des täglichen Bedarfs und für Energie sind hoch, die Wasserversorgung funktioniert nicht ausreichend, die Sozialleistungen schwinden, während die Kosten etwa für Bildung und Gesundheit steigen. Auf den Philippinen, der Heimat von Yuen, sind es in erster Linie die Frauen, die die Sparpolitik des Staates zu spüren bekommen. Eine Sparpolitik, die aus der gewaltigen Verschuldung des Landes rührt: rund 25 Prozent des jährlichen Budgets reserviert die philippinische Regierung für die Begleichung von Schulden, die teilweise noch in die Zeit der Diktatur von Ferdinand Marcos zurückreichen. Dafür kürzt sie bei öffentlichen Gütern und Dienstleistungen – Gemeinden und private Haushalte, somit vorrangig Frauen, tragen die Last.

Fotos zum Projekt stehen hier zum Downloaden bereit

 

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Yuen Abana hat sich dafür entschieden, gegen die Sparpolitik der Philippinen, die aus einer gewaltigen Verschuldung des Landes rührt und in erster Linie zu Lades der Frauen geht, zu kämpfen. Denn sie will, dass Frauen auch in Sachen Budgetpolitik mehr Teilhabe bekommen. © FDC
Gloria Santos weiß, was Armut bedeutet. Darum hat sie beschlossen, sich für jene einzusetzen, die davon am ärgsten betroffen sind: die Frauen und Kinder. Mit ihrer Frauenorganisation "Kumpas" mobilisiert sie die BewohnerInnen ihrer Gemeinde, um ihre Rechte einzufordern. © FDC
Die Freedom From Debt Coalition (FDC) ist ein Zusammenschluss von über 200 Mitgliedern, darunter politische Parteien, Gewerkschaften, NGOs, kirchliche Organisationen, Hochschulen und Einzelpersonen. Insbesondere das Frauenkomitee von FDC rückt mit zahlreichen Kampagnen die Bedürfnisse der Frauen in den Blick der Politik und der Öffentlichkeit.
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Zahlreiche Schulden, welche die Philippinen bedienen, sind zum Teil noch unter Diktator Marcos oder für nie fertiggestellte Prestigeprojekte, sogenannte "weiße Elephanten" aufgenommen worden. Verfassungsmäßig gehen 25% des Staatshaushaltes in den Schuldendienst. Darunter leiden in erster Linie Frauen und Kinder: Denn für Gesundheitsversorgung und Bildung bleibt so zu wenig, um die Armut im Land nachhaltig zu bekämpfen. © FDC
Eine wichtige Kampagne von FDC setzte sich für eine Senkung der Strompreise ein und machte darauf aufmerksam, dass insbesondere benachteiligte Frauen unter den extrem hohen Strompreisen auf den Philippinen leiden. © FDC
Yuen Abana © FDC
Yuen Abana © FDC
Yuen Abana © FDC
Katholische Frauenbewegung Österreichs Katholische Frauenbewegung Österreichs, Referat für Entwicklungspolitik - Aktion Familienfasttag
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